Pilgern – Der Anfang einer neuen Geschichte

Es gab einen Tag in meinem Leben, da war mein altes Leben zu Ende. Ich gab alles auf, was ich mir beruflich über Jahre hinweg aufgebaut hatte. Ich räumte meine Wohnung. Schnürte mir einen Rucksack auf und verliess die Stadt. Ich wollte Gott. Jetzt. Konkret und für immer. Ohne Karte, ohne Smartphone und ohne wetterfeste Kleidung spazierte ich monatelang durch Deutschland. Ich fand ihn. Überall. In jedem Herz, in jeder Blume, in jedem Windhauch und in jedem Eichhörnchen, dem ich nach schaute. Ich begann das Glück in mir zu finden, nicht zu wissen, wo ich wohnen, arbeiten und leben sollte und es zu genießen. Ich war frei wie nie in meinem Leben.

Ich möchte heute die erste Notizen dieser Reise mit dir teilen, die ich damals vor vielen Jahren geschrieben habe. Um dir Mut zu machen, den wirklich großen Schritt zu machen und das Wagnis deines Lebens einzugehen. Wir wissen nicht wo wir hinkommen, wenn wir aufbrechen, aber wir wissen, dass wir losgehen. Und das is so viel besser, als auf der Stelle zu treten.

Es ist erst ein paar Wochen her, als mein Partner in unserer frisch bezogenen Wohnung vorschlägt: „Lass uns aufbrechen.“ Aus dem Gedanke wird ein Plan. Er verschiebt seine Ausbildung, ich bringe mein letztes Theaterprojekt Irgendwann Mitte Mai wollen wir los. Mindestens 3 Monate. Was dann? Keine Ahnung. Ein Neuanfang. Ich weiß, es wird nicht mehr die Stadt, nicht mehr der Beruf und nicht mehr die Wohnung sein. Das fühlt sich nach einem großem Wagnis an – und nach Freiheit.

Am 17. Mai fällt die Tür hinter uns ins Schloss. Es ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe: Ich frage mich, ob ich alles dabei habe, der Gasherd wirklich aus ist, die Balkontür zu, laufe wegen etwas zurück und dann bin ich raus. Raus. Ich bin raus und aufgeregt. Dann draußen, auf der Straße. Noch schnell ein Foto von uns machen, wie wir aussehen, ganz am Anfang der Reise, vielleicht haben wir später lange Bärte. Auf Wiedersehen Berlin, ich weiß nicht, wann ich wieder komme. Ich habe jetzt Boden unter den Füßen. Erst Asphalt, aber später wird er weicher werden.

Wir machen uns auf den Weg. Unser Rucksack birgt nur das, was die Schultern tragen können. Wir übernachten im Freien, in Höhlen, an Wasserfällen, im Wald und in Klostern. Entdecken Deutschland von einer völlig neuen Seite und sind doch nur eine Spur vom Alltag der Menschen entfernt. Viele haben für einen Augenblick daran teil, in dem sie uns den Weg weisen, eine Unterkunft schenken, ihr Abendessen mit uns teilen und sich selbst daran erinnern, wann sie das letzte Mal den Mut hatten alles los zu lassen und ihr Herz zu öffnen. Wir sind Pilger auf dem Weg nach Hause und der Himmel führt uns so weit, wie wir gehen wollen.

Wir haben keinen festen Plan, keinen Wanderführer, kein Smartphone, keine gesteckte Route und treffen immer wieder die Entscheidung neu, wo wir als nächstes hingehen. Oft verlassen wir uns auf das, was andere Menschen uns sagen.

Unsere Reise ist kein Spaziergang, sondern ein echtes Verlangen nach der Erfahrung von geführt sein. Wir kommen viel weiter, als wir gedacht hätten. Manchmal gehen wir hintereinander, manchmal Hand in Hand, manchmal mit Stock…

Wir leben eine Auszeit aus der Alltäglichkeit mit einer Bereitschaft für Erfahrungen, die über unseren Horizont hinaus gehen. Innere Führung fängt dort an, wo ich beginne loszulassen. Es spielt keine Rolle, ob ich meine Quelle als Gott, Einheit, großen Geist oder einfach nur als Liebe bezeichne. Hauptsache ich weiß, wo ich sie finde.

Mach dich auf den Weg. Geh das Wagnis deines Lebens ein. Du musst nicht wissen, wo du ankommst, sondern dass du losgegangen bist. Wenn du möchtest, komme ich ein Stück mit auf deinem Weg, der dich in ein neues Leben führt.

Mein Lieblingsangebot im Frühling: 30 Minuten Akasha intensiv Readings als Initialzündung für dich. Ich freue mich auf dich.
Amira