Der Weg zum Erfolg führt über das Herz

Wer seine eigene Praxis auf- oder umbaut steht plötzlich vor einem Berg voll Arbeit: Website, Newsletter, Logo, Flyer, Angebote gestalten und vieles mehr stehen auf dem Plan. Noch dazu soll man wissen, was die eigene Arbeit unverwechselbar macht, mit welchen Klienten man arbeiten möchte. Ein Grund gar nicht erst anzufangen? Im Gegenteil.

Raus aus der Sicherheit, rein ins Leben. Erfolgreich zu sein bedeutet nicht nur, sich ein bisschen aus der eigenen Komfortzone rauszulehnen, sondern mehr als einmal einen großen Schritt aus ihr herauszutreten. Bis es zu einer Gewohnheit wird, nicht in alten Gewohnheiten stecken zu bleiben und auch heute zu fragen: Was kann ich wagen? Wo habe ich die Gelegenheit, mich innerlich zu stretchen? Welcher nächste Schritt lässt eine vorfreudige Aufregung entstehen? Ich bin kein Adrenalin-Junkie, aber ich weiß, dass Herausforderungen uns lebendig sein lassen und dass jede einzelne dazu beiträgt, ein beständiges Vertrauen ins Leben zu entwickeln. Manchmal kommt man dabei auf ein kleines Plateau, kann sich ausruhen, den Ausblick genießen, auch ein bisschen stolz sein, wenn man das möchte. Und dann geht es eben weiter.

Viele Schritte sind mit einem Risiko verbunden und mit dem Aufgeben von Sicherheiten. Niemand kann dir eine Garantie geben, dass deine Ideen eins zu eins funktionieren. Es gibt kein Rückgabe– oder Umtauschrecht deiner Praxis innerhalb von 14 Tagen und wenn du dich frustriert krankschreiben lässt, zahlst du das aus der eigenen Tasche. Wozu das auf sich nehmen? Es gibt meines Erachtens nur einen Grund: weil es dich glücklich macht.

Finde das fehlende Puzzelstück

Es gibt etwas, wozu du mit deiner Arbeit beiträgst und was kein anderer für dich übernehmen kann. Um dieses Puzzlestück zu finden, reicht eine ganz einfache Frage: Was fehlt dir in der Welt am meisten? Aus deiner jetzigen Perspektive und von deinem subjektiven Standpunkt aus? Das, was du glaubst, das fehlt – genau das ist dein Beitrag. Beantworte diese Frage und du hast das richtige Vorzeichen für deine Praxis.

Unabhängig davon, was konkret deine Methode ist, du brauchst den wohlbekannten und oft auch breitgeredeten Sinn. Woher sonst soll das Durchhaltevermögen kommen, welches du brauchst? Woher sonst soll die überschwängliche Freude kommen, wenn es gelingt? Es braucht Feuer unterm Hintern. Es braucht ein bisschen Dringlichkeit. Sonst könntest du doch auch erst morgen damit anfangen, oder in ein paar Jahren oder vielleicht auch einfach erst im nächsten Leben?

Ich spreche hier nicht von Disziplin und auch nicht davon, sich auf Erfolgskurs zu trimmen, sondern von der Hingabe für das, was du tust. Wenn du glaubst, dass Freude fehlt, dann trägt dein Angebot genau dazu bei, dass Freude entsteht. Wenn du glaubst, dass Gesundheit fehlt, dann trägt dein Angebot eben dazu bei, dass mehr Gesundheit entsteht. Du setzt dein Puzzleteilchen in das große Bild. Und dann macht es: Sinn. Ansonsten kannst du eben höchstens erfolgreich werden und vielleicht auch viel Geld verdienen. Aber etwas im Leben bleibt dabei grau und hinterlässt das Gefühl, dass es viel besser sein könnte, als es gerade ist.

Lerne Risiken einzugehen und grabe verstecktes Potential aus

Sobald du also deiner Sehnsucht und deinem Antrieb auf die Spur kommst, bist auf dem richtigen – und sicheren – Weg. Allerdings heißt Sicherheit nicht, dass alles genau so läuft, wie du es dir vorstellst. Sicherheit heißt einfach nur die Gewissheit zu haben, dass du mit allem umgehen kannst, was kommt. Das macht flexibel! Ein guter Theaterregisseur sagte einmal zu mir: „Mach zuerst einen echt guten Plan. Dann zerknüll ihn und werfe ihn in eine Ecke. Und: merke dir die Ecke.“ Das heißt soviel wie: Setze dir Ziele. Entwickle deine Vision! Beschreibe den Weg, den du gerade einschlägst – und dann konzentriere dich auf das, was aktuell dafür zu tun ist. Schritt für Schritt. Wenn du vergisst, wofür du den Weg eigentlich gerade gehst, holst du den Plan wieder raus. Zum Glück kommt nicht alles so, wie du es dir ausgemalt hast. Denn es kommt besser, wenn wir nicht die Tunnelblickbrille aufsetzen, sondern den Horizont im Blick haben.

Viele Menschen haben dabei Angst zu scheitern. Doch nicht so gut zu sein, doch nicht die genialste Idee aller Zeiten gehabt zu haben. Jeder „Fehler“ wird zu einem Beweis dafür. Aber: Auch erfolgreiche Menschen machen nicht nur Fortschritte. Sie haben nur gelernt, mit Rückschritten anders umzugehen. Vielleicht kennst du den Satz „Aufstehen, Krönchen richten und weitergehen“. Es braucht deine Bereitschaft, Fehler zu machen und sich dabei einen Lernprozess zuzugestehen. Natürlich wurde uns im Laufe des Lebens beigebracht, dass Fehler zu vermeiden sind, sie werden rot unterstrichen und am besten sollten wir so lange üben, bis wir keine mehr machen. Bullshit. Ich jedenfalls mache Fehler und sie haben mir nicht geschadet. Könntest du es akzeptieren, wenn dein Weg in Zukunft nicht nur Highlights und Glitter beinhaltet? Bist du damit einverstanden, dass du dich nicht nur von deiner Schokoladenseite kennen lernst, sondern auch mit dem in Kontakt kommst, was du eigentlich gerne vermeiden und verstecken würdest? Denn dort versteckt sich noch eine ganze Menge von deinem Potenzial und du wirst überrascht sein, mit welcher Schubkraft es dich weiter bringt.

Um dieses Potenzial aufzudecken reicht es wieder, die richtige Frage zu stellen. Auf einem Seminar sagte einmal eine Teilnehmerin: „Ich will so gerne wissen, warum das so ist. Warum ich diese Muster habe und es sich dauernd wiederholt. Warum mir das immer widerfährt“. Ganz ehrlich, was bringt es dir, wenn du weißt, warum? Schlimmer noch, wenn du tatsächlich eine Begründung für deine „Fehler“ findest, dann hast du gleichzeitig eine Rechtfertigung, warum du eben so bist. Und damit wird Veränderung gar nicht mehr so einfach möglich sein. Ersetze die Frage nach dem „Warum?“ durch „Wozu dient es mir?“ und du bist wieder in der Vorwärtsbewegung. Du musst die Frage noch nicht einmal richtig beantworten, es reicht, wenn du sie stellst.

Manifestiere deine Werte

Es wäre natürlich praktisch, wenn die jetzt entstehende Schubkraft in die richtige Richtung gelenkt wird. Dies ist der Fall, wenn du ein Bewusstsein für deine persönlichen Werte entwickelst. Kennst du denn deine Werte? Ich meine die, die sogar wichtig sind, auch wenn keiner hinguckt. Sie geben deinem Denken und Handeln eine Richtung, sie bilden eine Grundlage dafür, wie du Situationen und Umstände beurteilst. Die wenigsten Menschen können in aller Klarheit ihre Werte benennen oder wissentlich ihre Ziele danach ausrichten. Wenn einer deiner Werte zum Beispiel Ehrlichkeit ist, wirst du dich nie mit einer erfolgreichen Marketingmaßnahme wohlfühlen, die auch nur ein klein bisschen schummelt. Wenn einer deiner wichtigsten Werte Erfolg ist, wirst du darin vielleicht gar kein Problem sehen, weil dein Angebot es ja tatsächlich verdient hat, gesehen zu werden und verdammt gut ist.

De facto machen wir die größeren Schritte, wenn wir unsere Werte kennen und in der Lage sind, diese in unsere Zielsetzungen mit einzubeziehen. Niemand ist glücklich, wenn er gegen seine inneren Werte agiert. Denn Werte sind keine Bedürfnisse, die gestillt werden können und dann aus dem Leben verschwinden. Stell dir vor, dein Unternehmen wächst und wächst und wächst und wächst. Was fragst du dich, wenn du dir dies vorstellst? Möglicherweise überlegst du, ob du überhaupt soviel Energie und Power aufbringen kannst, um diesem ständigen Wachstum gerecht zu werden. Die Antwort ist: Ja.

Vielleicht fragst du dich auch, ob du dann die ganze Zeit Entscheidungen treffen musst. Die Antwort ist: Nein. Nur solange du keine klaren inneren Koordinaten hast, wirst du immer überlegen, nachdenken, abwägen, dich nicht einmal, sondern 10 mal beraten lassen und dich nachts von einer Seite auf die andere wälzen. Dann kostet das Treffen einer Entscheidung mehr Energie, als sie umzusetzen. Ab dem Moment, wo du den Grund deiner Arbeit kennst und deine inneren Werte klar hast, gibt es sehr (sehr!) viel weniger zu entscheiden. Du fragst dich ja auch morgens nicht, was du aufs Brot nimmst, wenn du schon weißt, was dir schmeckt. Das heißt nicht, ein Gewohnheitstier zu werden, sondern mit einer größeren Selbstverständlichkeit zu wissen, was zu tun ist. Was bleibt, ist mehr Kraft für dein eigentliches Anliegen, die nicht vorher im Entscheidungsprozess verloren gegangen ist.

Zu guter Letzt: Entweder wir wollen von Sachen oder Situationen träumen, oder wir wollen sie manifestieren. Beides ist in Ordnung. Aber um etwas tatsächlich zu verwirklichen, müssen wir es auf allen Ebenen wollen. Mit dem Herzen, mit dem Verstand und mit unserem Willen. Manchen Menschen ist eine „Umsetzungskompetenz“ schon in die Wiege gelegt worden, andere zeichnen sich vor allem darin aus, eine Vision nach der anderen auf den Tisch zu bringen und… und… und… nichts passiert. Warum? Weil die Angst, dass es passiert, größer ist, als die Angst, dass nichts passiert. Wenn dir die Angst im Nacken sitzt, dreh dich rum und schau ihr ins Gesicht. Ansonsten haben wir irgendwann „Angst auf Vorrat“.

 

Was wir brauchen ist die Fähigkeit, die Dinge, die wir uns vornehmen, in messbare Resultate umzusetzen. Anders ausgedrückt: es ist notwendig, dass wir unser eigenes „Wirken“ bemerken können, dass es sichtbar, greifbar und fühlbar wird, was wir tun. Die Rechnung ist eigentlich einfach: Für die ersten 80 Meter auf dem Weg zu deinem Ziel brauchst du etwa 20% deiner Energie. Für die fehlenden letzten 20 Meter wiederum brauchst du 80% deiner Energie. Nicht weil die letzten Meter anders sind, als die ersten, aber hier haben wir mit den meisten Widerständen und Blockaden zu tun. Kürzlich habe ich in einer Studie gelesen, dass gerade Unternehmer mit schwierigen Bedingungen gute Ergebnisse erzielten. Warum? Weil sie es wirklich wollen mussten. In diesem Sinne schließt sich der Kreis: Raus aus der Komfortzone – rein ins Leben.