Ich will – aber ich kann nicht. Ich muss – aber ich kann nicht. Ich sollte – aber ich kann nicht. Kennst du das, wenn dein Verstand dir vorbetet, was ansteht und dein Herz und dein Körper einfach nicht mitmachen?

Je wacher wir werden, desto weniger können wir Dinge tun, bei denen wir unbewusst eine Unstimmigkeit bemerken. Je feinfühliger wir werden, desto weniger können wir uns zu etwas zwingen, was wir eigentlich nicht wollen. Je verbundener wir mit den Gesetzmäßigkeiten sind, desto weniger können wir fremden Regeln folgen.

Ich erlebe im Augenblick viele Menschen, die glauben, sie würden vor einer Blockade stehen. Ich sehe das anders. Ich sehe, dass wir vor der Herausforderung stehen, Dinge nicht mehr so machen zu können und zu wollen, wie gestern. Manchmal äußert sich das zuerst in diesem unangenehmen Gefühl “Ich kann nicht.”

Was, wenn genau das richtig ist?

 

Auch wenn sich das erstmal so anfühlt, als würde nichts mehr so richtig funktionieren: Es ist ein bisschen wie der Moment, wenn der Zug die Gleise wechselt und über eine Weiche fährt. Es ruckelt, es quietscht und es braucht diesen Moment des Übergangs, bis es wieder in neue, geschmeidige Bahnen übergeht.

“Ich kann nicht” ist manchmal einfach nur die Suche nach einer Alternative, nach dem neuen Weg. Und den können wir nicht finden, wenn wir uns dazu zwingen, es so zu tun, wie immer.

Sei nicht so hart zu dir selbst.

Ich darf das sagen, weil ich eine Expertin darin bin.

Und dabei musste ich – auch schmerzhaft – lernen, dass ich unglaublich viel Energie verliere, wenn ich mich dazu überrede etwas zu tun, was ich eigentlich schon längst nicht mehr möchte. Ich durfte erkennen, dass ich keine Augen für den neuen Weg habe, wenn mein Fokus zu eng wird. Ich musste mich trauen, dass ich im richtigen Moment loslassen anstatt festhalten kann.

Ich wollte, konnte und musste lernen: JA – Ich kann nicht.

Alles Liebe,
Amira